Montag, 20. Juli 2009

Mit harter Hand

Von Nicole Theuer

Fussball - Das Bild hat fast schon Symbolcharakter. Bodo Schlitzke und die Spieler des Fußball-B-Ligisten SV Adelshofen stehen im Regen. Nachdem es den ganzen Tag über schön war, öffnet der Himmel pünktlich zum Trainingsbeginn seine Schleusen. Doch Schlitzke kennt kein Pardon. Unter dem Kommando von Manuel Graca schickt er die 13 Unentwegten auf die Laufstrecke in Richtung Eppingen. Dass einige Spieler nur mit einem T-Shirt oder kurzen Hosen bekleidet sind, stört ihn nicht. "Ich kann euch nur raten, immer eine Regenjacke mitzubringen."

Kommandos Nicht nur in dieser Frage schwingt Schlitzke die Peitsche. Mit ein Grund, warum er angeheuert wurde. "Ich habe gemerkt, dass die Mannschaft eine harte Hand braucht", sagt Spielleiter Jürgen Purschke. Für Schlitzke ist Adelshofen eine Herzensangelegenheit, schließlich hat er hier schon gespielt. "Er ist mit Herzblut dabei", hat Purschke beobachtet, "er ist dazu entschlossen, die Mannschaft fit zu bekommen, die Spieler werden sich umschauen". Daher haben die Adelshofener bislang auch nur auf einem kleinen Teil des Platzes trainiert. "Da gibt es kein Ausruhen, jeder muss immer richtig bei der Sache sein."

Bislang gibt es nur positive Rückmeldungen. "Sven Brenner und Nikolai Palnau ziehen hervorragend mit", bescheinigt Schlitzke den beiden Routiniers überdurchschnittliches Engagement. Doch nicht nur die beiden Ü30-Spieler sind voll bei der Sache. "Die Mannschaft zieht mit. Der große Kader gibt mir viele Möglichkeiten an die Hand", sagt Schlitzke und weiß: Konkurrenz belebt das Geschäft. Viele Positionen sind doppelt besetzt, so dass jeder um seinen Platz kämpfen muss. Eines hat der Trainer seinen Spielern schon in den ersten Trainingseinheiten klar gemacht. "Jeder Spieler trainiert für seinen eigenen Körper." Und die körperliche Fitness werden die Spieler nötig haben, denn Schlitzke verspricht für die Saison Tempofußball.

"Wir wollen unsere Zuschauer durch Siege und gute Spiele zurückgewinnen und wieder eine Heimstärke aufbauen." Daher kommt es ihm überhaupt nicht gelegen, dass die ersten drei Spiele in der Fremde stattfinden sollen. "Vielleicht können wir das Spiel gegen Türkspor Eppingen auf dem Staffeltag drehen", hofft Schlitzke.

Prüfstand Zum Auftakt geht es für den Absteiger aus der A-Klasse nach Neidenstein, danach ist der SVA spielfrei. "Wenn wir schlecht starten, hängen wir gleich wieder hintendrin." Das gilt es zu vermeiden, dazu absolvieren die Adelshofener in der Vorbereitung zahlreiche Spiele und nutzen auch die Stadtmeisterschaften in der kommenden Woche. "Ich will in der Woche alle Spieler testen", hat sich Schlitzke vorgenommen. Nach den Stadtmeisterschaften geht es in der ersten Runde des Kreispokals gegen den TSV Michelfeld - ein sehr gutes Los, wie der Trainer findet: "Wir haben in dem Spiel nichts zu verlieren, das muss ein Anreiz für die Spieler sein." Wie die Runde verlaufen wird, wird die Zeit zeigen. Die Marschrichtung ist in Adelshofen klar. "Ich will die Mannschaft verjüngen und mit einem Auge immer nach oben schielen", sagt Schlitzke.

Mit harter Hand
Bei der Stange bleiben: Der SV Adelshofen hat sich nach dem Abstieg aus der Fußball-Kreisklasse A einiges vorgenommen.Foto: Nicole Theuer