Sonntag, 12. Juli 2009

Großaspach spielt beim 0:0 besser als der VfB Stuttgart

Von Florian Huber

Der VfB Stuttgart war mit einer B-Elf angetreten. V.l. Timo Gebhart, Anton Pelipetz, Shaban Ismaili. Foto: Andreas Veigel



Fußball - Der unsichtbare zwölfte Mann des VfB Stuttgart war an diesem Samstagabend überall im Großaspacher Fautenhau. An der Bratwurstbude, am Fanartikelstand, im Festzelt. Dabei ist Klaas-Jan Huntelaar gar nicht dagewesen. Trotzdem war er beim alljährlichen Freundschaftskick des VfB Stuttgart bei der SG Sonnenhof Großaspach Gesprächsthema Nummer eins bei den Fans. Kommt der Stürmer von Real Madrid? Klappt der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte? Oder doch nicht? "Es gibt nicht nur Herrn Huntelaar", sagte VfB-Manager Horst Heldt: "Wir fahren weiter mehrgleisig."

Knackpunkt Gehalt

Denn der VfB hat offensichtlich ein Brutto-netto-Problem. Mit Real soll man sich auf eine Ablöse in Höhe von 18 Millionen Euro verständigt haben, zwei weitere Millionen wären bei einer Qualifikation für die Champions League fällig. Doch der niederländische Nationalstürmer möchte in Stuttgart jene vier Millionen netto verdienen, die ihm Real Madrid bislang jährlich überweist. Der VfB hat ihm wohl diese Summe brutto geboten. Macht unterm Strich jedoch nur zwei Millionen netto. Zu wenig?

Solche Sorgen hat die SG Sonnenhof Großaspach nicht. Auch wenn der Testlauf für das DFB-Pokalspiel am 1. August im Heilbronner Frankenstadion dadurch in den Hintergrund rückte. Das lag aber auch am Spiel. Ein 0:0 der drögen Art sorgte nach Spielschluss für vereinzelte Pfiffe der VfB-Fans. Beide Mannschaften agierten auf Augenhöhe, weil sich der VfB einen Kopf kleiner machte. Der Bundesligist war mit einer B-Elf angetreten. In Matthieu Delpierre und Martin Lanig standen nur zwei VfB-Stammspieler auf dem Feld. "Das ist den Zuschauern gegenüber einfach respektlos", ärgerte sich Co-Trainer und SG-Akteur Rüdiger Rehm hinterher.

Der Viertligist hatte die besseren Chancen in einem schwachen Spiel. Dennis Ruiz Maile (7.) und Nicolo Mazzola (28.) scheiterten bei Alleingängen an VfB-Torwart Sven Ulreich. Die Nachwuchsstürmer Allesandro Riedle und Julian Schieber bissen sich die Zähne an der SG-Abwehr aus. Abedin Krasniqi vergab den SG-Sieg, als er nach 72 Minuten einen Foulelfmeter zwei Meter übers Tor setzte. Trotzdem fiel das Fazit des Regionalliga-Aufsteigers positiv aus. "Unser Start in die Bundesligasaison ist mit vier Punkten gelungen", sagte SG-Trainer Jürgen Hartmann. Am Donnerstag hatte seine Mannschaft bereits 1899 Hoffenheim mit 1:0 besiegt.

Anderes Spiel

"Im Pokal wird eine andere VfB-Elf auf dem Feld stehen. Wir könnten neun Mal in der Vorbereitung gegen den VfB spielen - und trotzdem wäre das Pokalspiel etwas komplett anderes", analysierte Hartmann. Horst Heldt war zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr vor Ort. Wer einen Stürmer verpflichten möchte, der auf den Spitznamen "Jäger" hört, muss schnell sein. 15 Minuten vor Spielschluss verließ der VfB-Manager als einer der ersten von 5600 Zuschauern das Großaspacher Sportgelände.